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THEMA: EU -Vertrag
#3498
EU -Vertrag vor 4 Jahren  
Tag der Schande für den Deutschen Bundestag!

von Helga Zepp-LaRouche/ bueso.de

Der 24. April 2008 wird in der Geschichte als der Tag notiert werden, an dem 517 Mitglieder des Deutschen Bundestages aus unterschiedlichen Gründen auf verfassungswidrige Weise einem Vertragswerk zugestimmt haben, das in der Praxis das Grundgesetz aufheben und in Europa eine oligarchische Diktatur verwirklichen soll. Der größte Skandal besteht darin, daß diese Abgeordneten bis auf ganz wenige Ausnahmen diesen Vertrag zuvor gar nicht gelesen hatten. „Das ist bei uns in der Fraktion kein Thema”, brachten es einige von ihnen auf den Punkt.

Damit scheint zunächst das Kalkül der europäischen Regierungschefs aufzugehen, die am 13. Dezember letzten Jahres nicht nur den Vertrag von Lissabon beschlossen haben, sondern eben auch, diesen Vertrag ohne jegliche öffentliche Diskussion in den Medien oder in für die Bevölkerung wahrnehmbarer Weise auch im Bundestag durch die Parlamente ratifizieren zu lassen. Dabei handelt es sich um nichts weniger als einen Staatsstreich von oben, bei dem auch noch der klägliche Rest an gesetzgeberischen Kompetenzen, die zuvor noch beim Bundestag lagen, an die Brüsseler EU-Diktatur abgegeben werden.

Die Sache wird ein Nachspiel haben, und zwar nicht nur in Deutschland. Beim Bundesverfassungsgericht, beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg und weiteren Gerichten werden Klagen eingereicht werden, die sich mit den zahlreichen Verstößen gegen das Grundgesetz und die übrigen Verfassungen beschäftigen, die mit dem Lissaboner Vertrag faktisch außer Kraft gesetzt worden sind.

Eine der schwerwiegendsten Verletzungen besteht darin, daß laut Art. 20 GG, Abs. 2 alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht, und die gewählten Abgeordneten dieses Recht des Souveräns, des Volkes, lediglich repräsentieren. Laut früheren Urteilen des Bundesverfassungsgerichts dürfen die Repräsentanten einen gewissen Anteil dieses Rechtes z.B. an die EU delegieren, aber 100% ? Mit dem Lissaboner Vertrag würden die Bürger praktisch entmachtet, die parlamentarische Demokratie außer Kraft gesetzt und jegliche Formulierung der Politik an den auf zweieinhalb Jahre gewählten EU-Präsidenten, den Ministerrat und die EU-Kommission abgetreten.

Damit ist eine solche Gesamtänderung des Grundgesetzes gegeben, daß der Art. 146 GG zutrifft, in dem es heißt, „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die vom deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.”

Der EU-Vertrag, der nach der Rechtsauffassung bedeutender Staatsrechtler die nationalen Gesetzgeber zu „regionalen Verwaltungskörpern” reduziert, ist in Wirklichkeit eine Verfassungsänderung, auch wenn die Regierungschefs den durchsichtigen Trick angewandt haben, die 2005 in Frankreich und den Niederlanden in Referenden abgelehnte Europäische Verfassung einfach in „Vertrag” umzubenennen.

Der größte Skandal besteht darin, daß, von einer Handvoll von Abgeordneten abgesehen, die absolute Mehrzahl von ihnen über diesen Vertrag abgestimmt hat, ohne daß sie ihn gelesen hätten. Der für Nichtjuristen völlig unverständliche Text wurde in seiner konsolidierten Form (also der ursprüngliche Text der Europäischen Verträge mit den eingefügten Änderungen, Erläuterungen und Erklärungen) erst am 15. April veröffentlicht. Diese Abgeordneten haben also in skandalöser Ignoranz und Indifferenz ihre Aufgaben als Volksvertreter mißachtet, und sollten nun nur eine Antwort bekommen: Jeder, der für diesen Vertrag gestimmt hat, sollte schnellstmöglich aus dem Amt gewählt werden.

Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die Medien in Europa und insbesondere in Deutschland völlig kontrolliert sind, dann ist dies die Tatsache, daß es zwischen dem 13. Dezember 2007, dem Tag, als die Staatschefs den Vertrag in Lissabon unterschrieben, und dem 24. April, als der Bundestag ihn ratifizierte, keinen einzigen Artikel oder Bericht in den großen deutschen Medien gegeben hat, der das Für oder Wider dieses tief in unsere gesellschaftliche Ordnung eingreifenden Dokuments analysiert, kommentiert oder auch nur dargestellt hätte. Um das Maß der Verhohnepiepelung der Bevölkerung vollzumachen, veröffentlichte die Bild-Zeitung einen Tag danach, am 25. April, einen Artikel auf Seite 2 mit dem Titel, „EU-Vertrag: Bild enthüllt das Kleingedruckte”, in dem zumindest auf einige der massiven Demokratieverluste hingewiesen wird, gewissermaßen nach dem Motto: „Tja, Pech gehabt, Europa ist gerade eine Diktatur geworden. Liebe Leute, jetzt gewöhnt euch mal besser daran!”

Die vollkommene Komplizenschaft der Medien wirft einmal mehr die Frage auf, wer diese Medien kontrolliert. Auf jeden Fall sollte die Nichtberichterstattung über den EU-Vertrag jedem denkenden Bürger und jeden Studenten ermutigen, auch den übrigen Behauptungen der Medien mit einem gesunden Mißtrauen zu begegnen. Um nur ein weiteres Beispiel zu nennen: Obwohl es via Internet um die ganze Welt gegangen ist, daß die Fotos von auf Demonstranten einprügelnden „chinesischen” Soldaten in „Tibet” kurioserweise indische und nepalesische Uniformen trugen, und obwohl alle großen Print- und elektronischen Medien diese Truppen als chinesische Truppen ausgegeben hatten, hielt es keine einzige Zeitung und kein einziger Fernsehsender für nötig, eine Richtigstellung zu veröffentlichen. Die Beispiele für solche Manipulationen in den Medien ließen sich endlos fortsetzen.

Aber auch die Argumentation der bewußten Befürworter des EU-Vertrages übten sich weit mehr in der Kunst der sophistischen Wahrheitsverdrehung, als daß sie ehrlich die tatsächlichen Änderungen diskutiert hätten. Eines der Hauptargumente dieser Sophisten besteht in der Behauptung, alle Kritiker des EU-Vertrages seien Europa-Gegner. Ein weiteres besteht darin, daß Europa mit dem Lissaboner Vertrag den „Frieden” in Europa sicherer mache, daß die Weltkriege des 20. Jahrhunderts durch Konflikte zwischen Nationen zustande gekommen seien, und daß es deshalb gut sei, wenn diese Nationen in einem einheitlichen Europa aufgingen.

Wenn man die Vorgeschichte der Weltkriege betrachtet, dann waren es keineswegs Nationen, sondern Imperien und Reiche, die diese Kriege verursachten. So waren es z.B. im Falle des Ersten Weltkrieges das britische Empire, das österreichisch-ungarische Kaiserreich, das zaristische Reich, das deutsche Kaiserreich, etc., die diesen Krieg ausgefochten haben. Ein weiteres Argument der Verfechter der EU-Diktatur besteht in der angeblichen Notwendigkeit, Europa gegen den Unilateralismus der USA zu stärken und dem eine „multipolare” Welt entgegenzusetzen.

Aber wenn diese „multipolare Welt” aus einem sich imperialistisch gebärdenden Amerika, einem imperialen Europa, einem sich wieder erstarkt fühlenden Britischen Empire als wiederbelebtem Commonwealth bestehen soll, die gegen die zukünftigen „Weltmachtsansprüche” Rußlands, Chinas und Indiens operieren wollen, dann ist dies genau der Stoff, aus dem der Erste Weltkrieg des 21. Jahrhunderts zu entstehen droht.

Europa soll stark sein, aber als Europa der Vaterländer im Sinne de Gaulles, die als souveräne Republiken multinational und bilateral zusammenarbeiten, um gemeinsam eine positive Rolle in der Welt zu diskutieren und zu übernehmen. Eine EU-Diktatur hingegen, die gerade die Demokratie mit einem Täuschungsmanöver gegenüber der Bevölkerung abschaffen will, braucht sich von jetzt an nicht mehr scheinheilig um Demokratie und Menschenrechte in aller Welt zu sorgen, um diese angebliche Sorge dann als Vorwand für präventive „Konfliktlösungen” zu verkaufen.

Aber noch ist die Sache nicht entschieden. In rund 30 Städten in verschiedenen Ländern Europas sind eine ganze Reihe von Organisationen dem Aufruf des Leiters der Mobilisierung gegen die EU-Verfassung während des französischen Referendums von 2005, Etienne Chouard, gefolgt, jeden Mittwoch Demonstrationen abzuhalten, um genau die Diskussion in die Bevölkerung zu tragen, die die Parlamente und Medien verweigert haben.

Aber auch auf der juristischen Ebene gibt es zahlreiche Initiativen, die den Vertrag noch stoppen können. So hat in der Tschechischen Republik der Senat mehrheitlich den Beschluß verschoben, bis das Verfassungsgericht die Rechtmäßigkeit des Vorgehens und des Inhaltes des Vertrags geprüft hat. Ähnliche Klagen werden in Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Dänemark und Großbritannien vorbereitet. Das für den 12. Juni in Irland geplante Referendum könnte maßgeblich von den irischen Landwirten beeinflußt werden, die gerade wieder erleben müssen, wie ihre Interessen trotz einer globalen Nahrungsmittel- und Hungerkatastrophe von der EU-Bürokratie in Verhandlungen mit der WTO ausverkauft werden.

Noch ist es auch in Deutschland Zeit, eine wirkliche Debatte in der Öffentlichkeit bis zur Abstimmung im Bundesrat Ende Mai in Gang zu bringen. Auch danach wird es im weiteren Verlauf dieses Jahres eine Gelegenheit geben, eine Struktur für Europa zu bestimmen, die der Demokratie und der Freiheit ihrer Bürger wirklich angemessen ist. Dieses Jahr wird die dramatischste Zuspitzung der globalen Finanzkrise erleben und ohnehin die meisten Pläne der mit der alten Denkungsweise konform gehenden Politiker zur Makulatur machen.

Was jetzt not tut, ist eine breite Debatte über die Erhaltung der Freiheit und republikanischer Prinzipien in Europa!



wollte mal wissen was ihr so vom EU-vertrag haltet?
lefi666
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#3526
Re: EU -Vertrag vor 4 Jahren  
Der Zug ist doch bereits abgefahren, denn als man noch etwas dagegen unternehmen konnte, hat man zwar drüber geredet aber eben nichts getan.
Jetzt können wir drüber diskutieren wie wir wollen, es ändert sich nichts. Es wird sich auch nichts ändern, wenn die Iren nei sagen, denn man hat schon ganz klare Überlegungen dahingehend gemacht, das man die Neinstimmen einfach nicht mit einbezieht.

Man will mit aller Gewalt diesen Vertrag durchziehen um uns besser zu kontrollieren.

Wie vor einigen Tagen zu lesen war, hat sich jemand von der CIA dazu geäußert und für Europa die Gefahr von Bürgerkriegen vorausgesagt. Können man nur hoffen, das unsere dämlichen Politiker in Berlin endlich mal anfangen, dem Ami und der EU nicht so in den Ar... zu kriechen.
Ein Trauriges Ende...
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#3737
Re: EU -Vertrag vor 3 Jahren, 10 Monaten  
Wie alle wissen ist der Vertrag in Irland vom Volk abgelehnt worden.

Und ich glaube (und hoffe), dass der Vertrag, der zwar von Bundestag ratifiziert wurde, aber vom Bundespräsident nicht unterschrieben wurde, auch nicht unterschrieben wird. Ich hoffe das sich die Geschichte wiederholt wie bei der EU Verfassung.


Andererseits habe ich gelesen, dass das Nein der Irländer gewollt ist, um eine Verfassung zu machen..
Bowler
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#3738
Re: EU -Vertrag vor 3 Jahren, 10 Monaten  
Die Iren haben abgelehnt durch eine Volksabstimmung, Polen und Tschechien weigern sich mittlerweile auch, den Vertrag zu unterzeichnen.
Bundespräsident Köhler hat sich auch nicht geweigert, den Vertrag zu unterschreiben - es wurde ihm beim ersten Mal durch den BGH verboten.

Und jetzt ist gerade eine neue Überprüfung des Lissabonner Vertrages anhängig und wird wohl ebenso abgewiesen werden müssen wie der erste Vertrag, denn immerhin hat man nur den Titel des Vertrages geändert, sonst nichts.

Dazu habe ich gestern erst noch einen Artikel veröffentlicht : general-investigation.blogspot.com/2008/...everstndnis-von.html

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#5217
Karlsruhe stoppt Ratifizierung des Lissabon-Vertrags ! vor 2 Jahren, 10 Monaten  
Das Bundesverfassungsgericht hat die Ratifizierung des EU-Reformvertrags von Lissabon vorerst gestoppt.
Dem in Karlsruhe verkündeten Urteil zufolge ist der Vertrag zwar mit dem Grundgesetz vereinbar, aber das Begleitgesetz dazu sei verfassungswidrig, weil es Bundestag und Bundesrat keine ausreichenden Mitspracherechte einräume. Die Ratifikationsurkunde zum Lissabon-Vertrag darf deshalb solange nicht hinterlegt werden, bis ein entsprechendes Gesetz in Kraft getreten ist. Der Bundestag plant deshalb, seine Sommerpause zu unterbrechen und will am 26. August über den EU-Vertrag beraten.
Das Verfassungsgericht stufte in seinem einstimmig gefällten Urteil das Zustimmungsgesetz zum Lissabon-Vertrag als mit dem Grundgesetz vereinbar ein. Dagegen verstößt aus Sicht Karlsruhes das Gesetz über die Rechte des Bundestags und des Bundesrats in EU-Angelegenheiten gegen die Verfassung. Das Parlament und die Länderkammer seien bei der Übertragung von Rechten an die Europäische Union bislang nicht ausreichend beteiligt. Das Gericht sieht auf EU-Ebene ein "strukturelles, im Staatenverbund nicht auflösbares Demokratiedefizit". Deshalb dürften weitere Integrationsschritte über den bisherigen Stand hinaus nicht die politische Gestaltungsfähigkeit der Staaten aushöhlen.
Das Verfassungsgericht wies sich zudem selbst eine Kontrollfunktion bei der weiteren europäischen Integration zu. Zur Wahrung der Wirksamkeit des Wahlrechts und zur Erhaltung der demokratischen Selbstbestimmung sei es nötig, dass das Bundesverfassungsgericht darüber wache, dass Brüssel nicht die Verfassungsidentität verletze und nicht ersichtlich seine eingeräumten Kompetenzen überschreite, erklärte das Gericht. Der Bundestag unterbricht wegen des EU-Vertrags die Sommerpause und kommt am 26. August zu einer Sondersitzung zusammen. An diesem Tag soll die erste Lesung zu einem neuen Begleitgesetz stattfinden, sagte eine Sprecherin der SPD-Fraktion. Die Schlussabstimmung soll dann am 8. September stattfinden.
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Der Lissabon-Vertrag soll die Zuständigkeiten Brüssels erweitern und die Einheit der Europäischen Union voranbringen. Vor dem Verfassungsgericht hatten unter anderem der CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler und die Linksfraktion im Bundestag geklagt. Derzeit haben 23 der 27 Mitgliedstaaten den Vertrag ratifiziert und in Rom hinterlegt. Neben der deutschen Urkunde fehlen noch die von Irland, Polen und Tschechien.


Da fragt man sich doch zwangsläufig warum nicht auch die anderen Parteien sich der Klage angeschlossen haben.
Die Antwort auf die Frage ist so simpel wie einfach:
SIE haben nur abgenickt und nichts davon gelesen!!! Dann hoffen wir doch mal, das es mit der ratifizierung nichts wird, denn dann können wir uns wahrlich warm anziehen.
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#5248
Re: EU -Vertrag vor 2 Jahren, 10 Monaten  
Hi,

wer was dazu hören will,

hier ein sehr guter Link zu einem Video:

alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/0...on-prof-dr-karl.html

MfG
xBriGadAx
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Wahrheitsschock !
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#5250
Re: EU -Vertrag vor 2 Jahren, 10 Monaten  
Prof. Schachtschneider bringt es zwar auf den Punkt, doch was nützt es wenn die breite Mehrheit das nicht mitbekommt, weil die Medien dazu nichts bringen?
Das müsste als Sondersendung auf allen Kanälen laufen, bis der letzte begriffen hat was da abgeht - statt dessen schaut man sich die Trauerfeierlichkeiten von M. Jackson an oder Gerichtssendungen, möglicherweise Leute die in einem Containerdorf leben und dabei von den Zuschauern beobachtet werden (unglaublich aber wahr) oder man guckt sich an, wer denn endlich der Superstar wird, den man schon ewig sucht.
Nein, die wirklich wichtigen Dinge interessieren doch niemanden, lieber hört man das Gelulle auf jedem Sender und läßt sich damit verblöden.
Nicht zu fassen... :-X
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