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D A T E N S C H U T Z - Ein Angriff auf die Lachmuskeln...Seht selbst
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THEMA: D A T E N S C H U T Z - Ein Angriff auf die Lachmuskeln...Seht selbst
#1238
D A T E N S C H U T Z - Ein Angriff auf die Lachmuskeln...Seht selbst vor 4 Jahren, 9 Monaten  
DAS ist nicht einfach eine Geschichte die erfunden ist, denn ich selber habe mir auch schon mal unter einem Vorwand daten von Creditreform besorgen können...völlig simpel und einfach, ohne Kosten und doppelten Boden.
Traurig genug, das es so einfach ist...


portal.gmx.net/de/themen/digitale-welt/i...ntreffen,page=0.html

Das 20-jährige Klassentreffen steht an. Aber viele ehemalige Mitschüler sind weder in elektronischen Telefonbüchern noch mit Hilfe von Google zu finden. Zum Glück gibt es Wirtschaftsauskunfteien - mit einem geradezu erschreckend guten Gedächtnis.Die deutsche Finanzbranche meint es gut mit meiner Klasse. Sie hat nicht nur zwei meiner Mitschüler mit offenen Armen aufgenommen, die vor 20 Jahren noch den Sozialismus mit der Waffe in der Hand verteidigen wollten: Beide hatten sich für 25 Jahre bei der Nationalen Volksarmee verpflichtet - als Berufsoffizier. Nach der Wende 1989 mussten sie umdisponieren - und machten eine typische Banker-Karriere.

Wichtiger als dies war aber die wertvolle Unterstützung, die die Finanzbranche in der Vorbereitung des Klassentreffens geleistet hat. Damit hier niemand auf falsche Gedanken kommt: Es gab keine anrüchige Spende von irgendeiner Bank, damit wir das 20-jährige Jubiläum unseres Schulendes in einer Nobelherberge mit reichlich Champagner begießen konnten. Die Branche half vielmehr mit Adressen verschollener Mitschüler.

Im September bekam ich eine E-Mail eines Mitschülers, mit dem ich von 1978 bis 1986 die 11. Polytechnische Oberschule "Dr. Bruno Schoenlank" in Leipzig besucht hatte. "Gibt es dieses Jahr eigentlich wieder ein Klassentreffen", fragte er mich, "nachdem ja nun 20 Jahre rum sind?". "Ich habe nichts gehört", antwortete ich ihm, und nahm mir vor, das Ganze in die Hand zu nehmen.
Als Journalist weiß man ja, wie man recherchiert, dachte ich. Und da müsste es doch ein Leichtes sein, die Klasse wieder zusammenzutrommeln, genauer gesagt: zusammenzugoogeln.

Ein gewaltiger Irrtum! Mit Suchmaschinen und Telefonbuch fand ich gerade mal fünf, sechs Mitschüler. Ein Teil davon war wiederum ausschließlich über Stayfriends zu finden - die Kontaktaufnahme kostete mich 18 Euro - so viel zahlt man für eine Gold-Mitgliedschaft bei dem Ehemaligenportal für ein Jahr. Und nur damit kann man Nachrichten an andere versenden, die diese auch lesen können.

Wo wohnten die Eltern noch mal?
Zu dem Zeitpunkt erwog ich ernsthaft, den traurigen, im Netz auffindbaren Rest meiner Klasse nach Hamburg einzuladen - zu einem Treffen in kleiner Runde. Zum Glück kam es aber nicht dazu.

Ich erinnerte mich daran, dass die Eltern einer Mitschülerin Mitte der achtziger Jahre in einem Einfamilienhaus im Nordosten Leipzigs gewohnt hatten. Die genaue Adresse wusste ich zwar nicht mehr, aber in solchen Fälle hilft die Umkreissuche im Online-Telefonbuch der Telekom: Einfach eine Straße aus dem fraglichen Viertel auswählen, den Nachnamen eintippen und Suche im Umkreis auswählen - zum Beispiel mit dem Umkreisradius ein Kilometer.

Tatsächlich wohnten die Eltern noch dort und so erreichte ich über den Vater die Mitschülerin selbst. Und sie hatte sich die Adressliste von unserem letzten Klassentreffen von vor zehn Jahren aufgehoben. Auf diesem Papier stand, was keine Suchmaschine der Welt finden kann. Es ging jetzt Schlag auf Schlag: Drei Viertel aller Mitschüler waren binnen weniger Tage gefunden - doch dann war plötzlich Schluss.
Eine Handvoll Leute blieb verschollen. Die Eltern wohnten nicht mehr dort, wo sie einst gewohnt hatten - oder waren im Telefonbuch nicht verzeichnet. Das Einwohnermeldeamt hätte womöglich weiterhelfen können. Dort kostet allerdings jede Auskunft Geld - und ich hatte mit der Stayfriends-Gold-Mitgliedschaft mein gefühltes Limit schon längst überschritten. Ein Klassentreffen, zu dem nicht alle eingeladen sind? Das geht nicht. Was also tun? Ich war ratlos.

Komplette Umzugshistorie gespeichert

Ich erzählte einem Freund in Hamburg abends bei einem Bier von dem Problem - mehr zufällig, als er mich fragte, was ich die letzten Tage so gemacht habe. "Ich kann dir vielleicht helfen", meinte Peter (Name geändert), "mail mir doch einfach mal die Daten der Leute, die noch fehlen."

"Kommst du etwa an Schufa-Daten ran?", war meine erste Reaktion. Ich wusste, dass Peter seit Jahren eine kleine Firma für Finanzdienstleistungen leitet. Nein, sagte er, er habe andere Quellen, und grinste mich vielsagend an.

Einen Tag später hatte ich alle fehlenden Adressen - nur eine Mitschülerin war partout nicht aufzutreiben, weil keiner wusste, wo sie nach 1989, dem Jahr der Wende, gewohnt hatte. "Wenn du ihren Geburtstag hättest, könnte ich womöglich noch was tun", sagte Peter und verriet mir, wie er die Verschollenen aufgespürt hatte: mit Datenbanken der Wirtschaftsauskunfteien Bürgel und Creditreform. Beide haben unter anderem die bis in die neunziger Jahre zurückreichende Umzugshistorie von Privatpersonen gespeichert, so dass man auch mit einer längst ungültigen Anschrift suchen kann. Die Adressdaten kommen, zumindest bei Bürgel, auch von der Post.
Als Finanzdienstleister zahlt Peter jedes Jahr knapp tausend Euro - und darf dafür ein paar hundert Einzelanfragen stellen. Bürgel und Creditreform wissen, wer irgendwann einmal in Privatinsolvenz gegangen ist, wessen Kredit geplatzt ist - und gegen wen ein Vollstreckungstitel vor Gericht durchgesetzt wurde. "Wenn ich für einen Neukunden eine Finanzierung anbieten will, dann mache ich vorher eine Online-Abfrage zur Person, um zu wissen, ob sich der Weg zur Bank überhaupt lohnt", erklärte mir mein Freund. Das Ganze sei eine Art Zuverlässigkeitscheck.

Missbrauch nicht ausgeschlossen

Die Abfrage meiner verschollenen Mitschüler sei kein Problem gewesen. Als Grund der Online-Anfrage habe er "Geschäftsanbahnung" angegeben - und prompt die aktuellen Anschriften und sogar eine Telefonnummer erhalten.
Erstaunlich, wie leicht man an solche Informationen kommt. Einen Missbrauch ihrer Datenbanken wollen beide Auskunfteien nicht ausschließen. Der Anfragende müsse ein berechtigtes Interesse angeben, um Daten abzufragen, etwa eine Kreditanfrage für einen Kunden oder die Anbahnung einer Geschäftsbeziehung, sagte Bürgel-Sprecherin Iris Stadie im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Wir prüfen das berechtigte Interesse jedoch nicht. Das können wir gar nicht bei den Millionen von Anfragen." Dass die Daten "auch außer der Reihe" genutzt würden, sei kaum zu kontrollieren. Einzig die zuständigen Datenschutzbeauftragten führten Kontrollen durch - in Stichproben.

Michael Bretz, Sprecher von Creditreform, verweist sogar ausdrücklich auf die geltenden Gesetze: "Wir sind datenschutzrechtlich nicht beauftragt zu überprüfen, ob ein berechtigtes Interesse für eine Anfrage vorliegt." Dass missbräuchliche Abfragen möglich seien, sei nur schwer in Griff zu bekommen. Missbräuchliche Abfragen zu bestreiten, "wäre unsinnig", so Bretz.
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So ist das also. Der Datenschutz ist ein Papiertiger, wenn man die richtigen Leute kennt. Und ich selbst habe dabei mitgemacht. Immerhin, tröste ich mich, war es für einen guten Zweck.
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#1998
Re: D A T E N S C H U T Z - Ein Angriff auf die Lachmuskeln...Seht selbst vor 4 Jahren, 7 Monaten  
In Stichproben
Wenn irgend eine Firma o.a. Lobby dort nach Informationen sucht, gibt es bestimmt genug Möglichkeiten, nicht kontrolliert zu werden
Tock
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#2000
Re: D A T E N S C H U T Z - Ein Angriff auf die Lachmuskeln...Seht selbst vor 4 Jahren, 7 Monaten  
Hallo Tock,

hast du denn nun wirklich geglaubt man würde kontinuierlich überwachen?
Ich bitte Dich...

Das wird doch nur gemacht um wieder etwas Ruhe in die Sache zu bekommen - und es wir auch in Ruhe weiter manipuliert.
Es hat sich im Grunde wohl nicht wirklich etwas verändert.
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#2117
Re: D A T E N S C H U T Z - Ein Angriff auf die Lachmuskeln...Seht selbst vor 4 Jahren, 7 Monaten  
"Wir prüfen das berechtigte Interesse jedoch nicht. Das können wir gar nicht bei den Millionen von Anfragen."
Was auch das große Schlupfloch der Kriminellen ist. Datenschutz ist zur Zeit ein Ding der unmöglichkeit.
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&#39:lol:ie Degeneration der Information; Illusorische originalität von etwas das wir individualität nennen führt in einem sozialen System wie dem unseren allzuleicht zu Vorgängen, die die Paralyse auslösen.
Ich nenne das den 'Kreativer Akt der konsomirung".
>>>Gouda<<< GinS.Sec.GIG.E9
 
#2140
Re: D A T E N S C H U T Z - Ein Angriff auf die Lachmuskeln...Seht selbst vor 4 Jahren, 7 Monaten  
Und für die absehbare Zukunft wird der Datenverkehr immer mehr steigen. Dies beschützt die Bürger vor mehr Überwachung, da man alles nicht überwachen kann. Aber zu gleich öffnet es natürlich den Kriminellen viele Türen.
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#2144
Re: D A T E N S C H U T Z - Ein Angriff auf die Lachmuskeln...Seht selbst vor 4 Jahren, 7 Monaten  
Ich denke mal das Kriminelle das Internet schon genutzt haben als wir noch gar nicht wußten was man alles hier machen kann.
Diese Jungs sind immer einen Schritt voraus, weil sie auch Zeit und Geld dafür haben.
Ich rede jetzt nicht von diesen kleinen Hühnerdieben, die hier im Netz sind.

Und wenn der Datenverkehr größer und nicht mehr kontrollierbar wird, wird man uns das Internet einschränken.
Hat man in anderen Ländern auch auch schon getan, warum sollte man bei uns diese Idee für abwegig halten?
Hier wird man sich schon etwas eingallen lassen um weiterhin Kontrolle zu haben, das könnt Ihr wohl annehmen.
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#2164
Re: D A T E N S C H U T Z - Ein Angriff auf die Lachmuskeln...Seht selbst vor 4 Jahren, 7 Monaten  
Klar die grossen Kriminellen geben sich nicht mit kleinen Fischen ab, die brechen direkt bei den grossen Firmen ein und stehlen tausende von Daten. Das ist viel einfacher für die.

Der Datenverkehr des Internets ist manchmal kontrollierbar, das liegt aber daran das es nur einen staatlichen Anbieter gibt, der das Netz kontrolliert. So kann man wie in Burma das Internet einfach abschalten. Allerdings ist dies schwieriger in den USA oder wie in vielen europäischen Staaten, wo es nicht einen Provider gibt, sondern viele. Falls man Regulierungen durchsetzen will dann muss man mit jeder Firma reden und diese auch später überwachen. Das ist in einem Netz wie das Internet, das viele Maschen besitzt extrem schwierig. Das ist aber auch gut so.
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