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Denkt man über die Machtströme in der heutigen Gesellschaft und deren Ziele sowie Motivation nach, wird man zu keinem Ergebnis kommen. Aber vielleicht lohnt dennoch allein der Versuch.
Macht oder Geld verdirbt den Charakter. Das scheint eine alte menschliche Erfahrung zu sein, die sich bis heute nicht geändert hat. Nur haben sich die Methoden gändert. Machtausübung hatte immer große Schattenseiten. Heute ist Macht aber zu einem Instrument verkommen, das keine Skrupel kennt und dessen Einsatz sich in vielen Bereichen wiederspiegelt.
In der Politik orientiert sich das Machtverhalten sehr stark an dem Ziel der Wiederwahl. Das bedeutet, dass die eigentlichen Interessen und die Belange der Menschen zunehmend in den Hintergrund geraten. Auch ist in vielen Fällen die Kompetenz und das Verantwortungsbewusstsein von Politikern anzuweifeln. Gestärkt wird das ganze allerdings auch häufig durch das Wählververhalten. Rafft sich ein Politiker mal auf das "Richtige" zu tun, wird er sofort abgestraft, wenn seine Entscheidungen "Schmerzen" verursachen. Leider geht es nicht ohne Schmerzen. Insofern kann Demokratie nur funktionieren, wenn die Bürger mehr Mut - "über alle Parteigrenzen hinweg" - beweisen, wie wir ihn glücklicher Weise zunehmend an dieser und jener Stelle erfahren. Es bleibt zu wünschen, dass diese Verhaltensform weiter Fuß greift.
Als dramatisch ist das Machtverhalten in den Wirtschaftszentralen anzusehen. Hier wird mit Hauen und Stechen versucht durch Wachstum und Übernahmen zu möglichst "unabhängigen Größen" zu gelangen. Sind diese mal erreicht, werden die hiervon Abhängigen zu Spielbällen. Unsere Verantwortlichen in der Politik oder in den Überwachungszentralen der Kartellämter müssen offensichtlich erfolglos zusehen oder wollen erst gar nicht etwas unternehmen. Die eingeschleusten Lobbyisten dagegen leisten erfolgreiche Arbeit.
Inzwischen stellen die vielen Spekulanten mit Ihrer Geldgier auf den verschiedensten Ebenen das kritischste Machtpotential dar. Wird man dieses Problem nicht "weltweit in den Griff bekommen", werden die hiedurch erneut ausglösten Krisen nicht mehr mit einem "blauen Auge" enden. Jeder erlebt inzwischen, wie dieses Klientel von den von ihnen ausglösten Krisen am meisten profitiert. Solange die hier verursachten Schmerzen an anderer Stelle, sagen wir mal von dem Steuerzahler, aufgefangen werden, wird sich nicht nur nichts ändern sondern die auf diese Weise erfolgte Belohnung wird zu einer weiteren Steigerung führen.
Der größte Machtmissbrauch fand und findet weiter in Diktaturen statt. Der Aufstand 1955 in der ehemaligen DDR, der ungarische Auftand 1958, der Prager Frühlung 1968, Solidarnosc in Polen ab 1980 waren "Pflänzchen", die die Menschen in die Freiheit geführt haben. Gorbatschow hat in seiner Ära von 1985 bis 1991 mit Glasnost (Offenheit) und der damit verbundenen Peristroika (Umbau) etwas ausgelöst, was er sich so nicht vorgestellt hat und damit eine neue Weltordnung geschaffen. Gut für die Menschen. Zu welchen Taten die Regierenden ihrer Macht wegen bereit waren, gerät immer mehr in Vergessenheit. Wer sich z. B. heute von Zeitzeugen in den Stasimuseen (Hohenschönhausen, Bautzen u. a.) die Greueltaten erzählen lässt, geht erschüttert nach Hause. Nur weil Menschen ihre Meinung gesagt haben, wurden sie eingesperrt. Die ganze Perversion dieses Handelns wird deutlich, wenn man erfährt, dass Insassen dieser Gefängnisse unter einem Vorwand, z. B. auf eine Verhandlung wartend, stundenlang rücklings mit Röntgenstrahlen bedacht wurden. In der Regel wurde dieser Personenkreis für viel Geld in den Westen verkauft. Das Ergebnis verfehlte nicht seine Wirkung. Da gibt es nichts zu beschönigen. Wir können glücklich sein, dass das zu Ende ist.
Hitler und auch Stalin waren die größten Menschenverachter, die für das größte Leid in der Menscheitsgeschichte verantwortlich waren. Ideologie gepaart mit Macht, sind für die Menschheit die größten Freinde. Die Menscheit muss den Einsatz dieser Machtinstrumente für immer verbannen.
Das die Menschen aufgewacht sind und in Verbindung mit den heutigen technischen Mitteln (Internet, Medien) in Verbindung mit einer verbesserten Bildung ihre Chancen erkannt haben, lässt hoffen. Der jüngste Beweis sind die zum Teil bereits erfolgreichen Volksaufstände in den Arabischen Ländern. Es bleibt zu hoffen, dass keine falschen Wege eingeschlagen werden alles zu einem guten Ende führt und so eines Tages auch den letzten Despoten das Handwerk gelegt wird. In Teilen Afrikas und Asiens haben die Veränderungsprozesse noch nicht einmal begonnen.
Man kann nur zu gut erkennen, dass eine bessere Bildung der Menschen nicht nur die Grundlage für wirtschaftliche Erfolge sein kann, sondern auch für die Förderung des Demokratiegedankens.
Was bleibt, sind also Hoffnung und Ängste. Wir alle müssen wachsam bleiben und mitwirken, damit die Hoffnung siegt.
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