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Kuschelsozialismus
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THEMA: Kuschelsozialismus
#15431
Kuschelsozialismus vor 9 Monaten  
Ein Teil meines Lebens fand in der ehemaligen DDR statt, bis meine Eltern mit mir das "harte Leben" in der Freiheit bevorzugten. Als Betroffener weiß ich, wie Erziehung und Manipulation und Erpressung in der damilgen DDR entweder Gleichgültigkeit und damit Mitläufertum und Überleben oder den sogenannten "Überzeugungstätern" Wohlstand und gesellschaftliche Anerkennung bescherte. Diejenigen, die das nicht akzeptierten und im stillen von der Freiheit träumten oder dafür kämpften, hatten entweder das Feld geräumt oder waren als zersprengtes Häuflein resigniert zurück geblieben. Die wirklichen Freiheitskämpfer und damiligen Opfer haben verloren. Entsprechend still ist es um sie geworden. Nach meinen Feststellungen haben sich schon damals diese drei Hauptgruppen herauskristalisiert. Auch wenn es sehr pauschal klingt, steckt doch ein Stück Wahrheit darin. Nur wer die Erziehungsmethoden "Zuckerbrot und Peitsche" miterlebt und distanziert kritisch betrachtet hat, wundert sich nicht darüber, wie mühsam sich der Normalisierungsprozess bis heute entwickelt hat. Hat doch die gezielte einseitige sogenannte sozialistische Erziehungmethode, die bereits im Kindergarten begonnen hat und sämtliche Lebensstufen durchlaufen hat, tiefe Spuren hinterlassen. Viel zu spät haben die Menschen gemerkt, dass sie mit den "sozialistischen Errungenschaftstheorien" hinters licht geführt wurden. Einige glauben leider heute noch daran. Die Einheitsrente in der DDR hat rund 300 Ostmark betragen. Umgerechnet zum damiligen realen DM-West-Kurs wären das 50-75 DM West. Die heutigen Renter im Osten sollten das nicht vergessen. Die antiwestliche Erziehung hat bis heute ihre Spuren hinterlassen. Nicht umsonst beteuert man, dass es noch mehrerer Generationen bedarf, bis die Wiedervereinigung in den Köpfen der Menschen abgeschlossen sein wird.


Ein Großteil der interlektuellen "Überzeugungstäter" sind sehr schnell wieder in neue Ämter und damit in Schaltstellen eingepflanzt worden. Das System der sogenannten "Seilschaften" hat gut funktioniert und lebt weiter. Auch funktioniert der Mittelstand, vowiegend kleinere Einzelunternehmen, in den neuen Ländern nach eigenen, dem Westen fremden wirtschaftlichen Abläufen. Nach anfänglichen Lehrstunden kungelt man heute im wesentlichen wieder untereinander, holt raus was der Staat hergibt (jede Investition wird mit 25 % gefördert) und findet es nicht unmoralisch die steuerlichen Belange nicht so ernst zu nehmen. Nutzt man so die Vorteile und die gewonnene Freiheit auf eine "eigene Art und Weise". Auch mutet es etwas eigenartig an, wenn man Teile der "alten Garde" auf Reisen begegnet. Hat man dann doch den Eindruck, es muss der Sozialismus gewesen sein, der diesen Wohlstand zu Tage gefördert hat.

Inzwischen kann man nur noch zuschauen, wie Solidarbeiträge und andere Mittel unaufhörlich in den neuen Ländern nicht immer nur gut angelegt werden. Alles in Allem sollen jährlich rund 100 Milliarden Euro in den Osten fließen. Da erscheint sogar die Finanz- und Eurokrise in einem anderen Licht. Welches Potential kann da noch freigesetzt werden. Die unaufhörliche Geldverschwendung durch den einseitigen Geldtransfer von diesen Milliarden Euro fördert in den neuen Ländern die Kreativität für obskure Verschwendung. Bei meinen Besuchen in den neuen Ländern habe ich die riesigen positiven Veränderungen von verfallenden grauen Städten und Dörfern hin zu "blühenden Landschaften" wohl wahrgenommen. Anscheinend nimmt man das in den neuen Ländern ganz selbstverständlich hin und meint es müsse immer so weiter gehen. So habe ich gesehen, wie z. B. die dampfenden energieverschwendenden Fernheizungen auf modernste Technologie umgestellt wurde. Alte asbestverseuchte Plattenbauten aufwendig saniert wurden um Jahre später mit neuen Mitteln abgerissen zu werden. Moderne Fussgängerzonen mit Springbrunnenanlagen und sanierten bunten Häusen prägen heute das Stadtbild. Es freut uns, das es keine äußeren Unterschiede mehr gibt. Ein Beispiel noch zu dem im Osten geprägten Schlagwort "die Wessis haben alles platt gemacht". Krahnbau in Köthen mit ca. 6.000 Menschen hat unter anderem wunderbare riesige Förderanlagen für den Tagebau, z. B. für Bitterfeld gebaut hat oder in andere Osblockländer geliefert. Nur hat niemand verstanden, dass nach der Wende sofort der Ostblockmarkt weggefallen war, im Westen dieser Maschinen nicht gefragt waren und Bitterfeld sich bald zu einem "schönen Naherholungsgebiet" entwickelte. Heute werden dort mit wenigen hundert Leuten moderne wettbewerbsfähtige Krahnanlagen gebaut. So könnte man noch viele "plattgemachte Betriebe" als Beispiele aufführen. Die inzwischen entstandenen hoch modernen Industriebetriebe nimmt man mit "alter Verbissenheit" nicht wahr. Man sollte die "Kirche im Dorf lassen". Offensichtlich bringen wir immer noch mehr Mittel auf, um die Menschen in den neuen Ländern bei Laune zu halten. Auf diese Weise fördern wir eine sonderbare Art von "Kuschelsozialismus". Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass sich der Westen mit seiner "unwissenden Arroganz" auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Auch sollte man sich vor Augen halten, welche Erfahrungen und Entwicklungsstufen die Menschen in den neuen Ländern durchmachen mussten. Hat ihnen doch niemand gesagt, dass es keinen "goldenen Westen" gibt. Ein Lichtblick sind die jungen Menschen, die sich von dem sozialistischen Gedankengut lösen. Ob eines Tages nur noch ein kleines Häuflein Kommunisten und Sozialisten übrig bleibt, wird sehr stark davon abhängen, wie die regierenden Parteien bestehende Probleme lösen. Die öffentliche Haushalte und politischen Entscheidungen verheißen hier leider nicht viel Gutes und liefern so den Linken die Argumente "frei Haus". Inzwischen ist die Linke schon wieder so frech, dass sie in aller Öffentlichkeit die Solidarität mit Kuba nicht scheut. Mal sehen was geschieht, wenn Nordkorea Jubiläm hat. Es ist doch schön und das war doch im Kommunismus schon immer so; "Selbst wie die Made im Speck leben" und mit lockerer Besserwisserei die Menschen für dumm verkaufen. Das von der Linken erhoffte Experiment, den Sozialismus wieder einzuführen, würde die Angelegenheit allderdings schnell beenden. Mal sehen wie lange die anderen Parteien dazu benötigen.

Wann wird man nach den vielen Fehlern endlich begreifen, dass es so nicht weiter gehen kann. Da helfen die Erpressungsversuche mit den höheren Arbeitslosenzahlen und anderen Argumenten auch nicht weiter. Inzwischen ist ein Förderprogramm "West" von Nöten. Eine bessere Infrastruktur, mehr Kindertagesstätten, gebührenfreie Hochschulen und all die anderen Vorzüge in den neuen Ländern hätte man auch gern in den alten Bundesländern. Das hat nichts mit Neid zu tun. Die einmal mit dem "Begrüßungsgeld" begonnene Großzügigkeit muß irgandwann ein Ende haben. Eine einfache Rückkehr zur deutsch-deutschen Normalität ist angesagt. Inzwischen sollten auch unsere Politiker begriffen haben, dass andere Prioritäten erforderlich geworden sind.
anton
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Letzte Änderung: 28.09.2011 09:29 von anton.
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